Zahnriemen

Zahnriemen kaputt – Aus fürs Auto
Vorbeugen gegen Motorschäden
Es tut einen lauten Schlag – und dann ist Totenstille. Ein Alptraum für jeden Autofahrer. Was nur wenige Sekunden dauert, bedeutet fast immer das Aus für Motor und Fahrzeug. Wenn der Zahnriemen reißt, bleibt die Nockenwelle stehen und mit ihr die Ventile, welche die Zu- und Abfuhr von Treibstoffgemisch und Abgasen aus den Verbrennungskammern steuern. Was nicht stehen bleibt, sind allerdings die Kolben, welche die reglosen Ventile mit der Wucht ihres Aufpralls zertrümmern. Die Folge: Ein kostspieliger, kapitaler Motorschaden, der meist nur durch eine aufwändige Reparatur behoben werden kann.
„Zahnriemen gehören zu den stark belasteten Bauteilen im Auto“, erklärt Michael Nickel von der unabhängigen Werkstatt-Kette AUTOMEISTER. „Zwar bestehen sie heute aus hochleistungsfähigen, glas- oder metallfaserverstärkten Kunststoffen, doch schützt sie das nicht vor natürlichem Verschleiß.“ Besonders wichtig ist deshalb die korrekte Spannung des Riemens mittels sogenannter Spannrollen, um unnötige mechanische Belastungen oder das Überspringen der Zähne zu vermeiden – und um eine präzise Motorsteuerung sicherzustellen. „Fachwerkstätten können die Riemenspannung heute bei Einbau, Wartung und Austausch mittels elektronisch-akustischer Messgeräte prüfen und optimal einstellen“, weiß der Experte.
„Viel schwieriger ist, den Zustand des Riemens selbst zu diagnostizieren“, so Nickel. Motor-Öl, Temperaturschwankungen und andere Umwelteinflüsse können das Material schädigen. Der Kunststoff wird spröde und kann den Belastungen schließlich nicht mehr standhalten. Nur die Einhaltung der vorgeschriebenen Wartungsintervalle kann hier Schlimmeres verhindern.
„Zahnriemen müssen je nach Qualität und Modell alle 40.000 bis 120.000 Kilometer oder nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums gewechselt werden – und zwar immer zusammen mit den Spann- und Umlenkrollen“, rät der AUTOMEISTER-Experte. „Dabei ist es wichtig, auf Materialqualität zu achten und nicht am falschen Ende zu sparen.“
Das Reißen oder überspringen des Zahnriemens hat fast immer eine Vorgeschichte. Tausende von Kilometern hat der Riemen geflattert und später vielleicht sogar gepeitscht, was sich oft in klopfenden Geräuschen äußert. Abhilfe leistet hier nur der Einsatz von Spann- und Umlenkrollen, die den Riemen unter Vorspannung halten und dafür sorgen, dass er nicht von den Rädern rutscht. Außerdem der regelmäßige Check in der Werkstatt, bei dem auch die Rollen gewartet werden.
Der Zahnriemenwechsel ist arbeitsintensiv und verursacht vor allem Zeitkosten. Während der Kunststoff-Riemen für wenige Euro zu haben ist, können die Werkstatthonorare je nach Modell zwischen 250 und 750 Euro liegen.
