Stoßdämpfer

Autos mit Bodenhaftung
Regelmäßige Stoßdämpfer-Tests für
gute Straßenlage und sicheres Fahrverhalten
Durchschnittlich 15 Prozent aller Autos in Deutschland fahren mit abgenutzten Stoßdämpfern – viele von ihnen haben weniger als 50.000 Kilometer auf dem Buckel. Das ergab kürzlich eine Studie des Instituts für Verkehr und Umwelt in Stuttgart. Über die Konsequenzen sind sich nur wenige Fahrer im Klaren: Stoßdämpfer sorgen nicht nur für Fahrkomfort, sondern vor allem für eine optimale Bodenhaftung. Und die ist entscheidend für sicheres Lenk- und Bremsverhalten des Fahrzeugs.
Stoßdämpfer wirken zweifach“, erklärt Michael Nickel von der freien Werkstatt-Kette AUTOMEISTER. „Durch Zusammenpressen und Zurückfedern fangen sie Fahrbahnunebenheiten ab, ohne dass die Räder vom Boden abheben. Gleichzeitig stabilisieren sie das Fahrgestell.“ Ist diese Funktion jedoch reduziert oder defekt, stellen sich unangenehme, kostspielige und zum Teil gefährliche Fahreigenschaften ein: Der Bremsweg verlängert sich um mehrere Meter. Selbst beim ABS kommt es zu Fehlfunktionen und blockierten Rädern. Das Kurvenverhalten wird instabil. Die Aquaplaning-Gefahr steigt. Weil Stöße nur noch mangelhaft aufgefangen werden, entstehen Vibrationen, die das Fahrwerk belasten und bei Nachtfahrten zu unkontrollierten Scheinwerferbewegungen führen. Die Folge: Fahrzeug und Fahrer ermüden deutlich schneller. Erhöhter Verschleiß und vermehrter Reifenabrieb kommen den Besitzer oft teuer zu stehen.
Das größte Problem ist, dass der Laie den schleichenden Verschleiß der Stoßdämpfer kaum wahrnimmt“, so der AUTOMEISTER-Experte. „Der Federtest am Kotflügel reicht nicht aus und der Stoßdämpfertest beim Profi gehört leider nur selten zum Inspektionsprogramm.“ Dabei genügen fünf Minuten auf dem Stoßdämpferprüfstand, um den Grad der Abnutzung festzustellen. Spätestens, wenn der Wagen ausbricht, anfängt zu „schwimmen“, seitenwindempfindlicher wird oder die Reifen auffällig ungleichmäßig abgefahren sind, wird es Zeit für einen Test und möglicherweise einen Austausch. Ab 2006 soll die Stoßdämpferprüfung übrigens zum TÜV-Programm gehören und kann zur Verweigerung der Plakette führen.
