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Reifen und Gummi unter der Lupe

Schnell, schwarz und geheimnisvoll

Was haben Coca-Cola und Autoreifen gemeinsam? Nicht nur die dunkle Farbe, sondern auch das Geheimnis um ihre Rezeptur. Rund 21 Zutaten gehören allein in den Laufstreifen, die äußerste Gummischicht, die für den optimalen Kontakt zur Straße sorgt – und sie sind "top-secret".

 

Die verschiedenen Gummi-Mixturen nennen die Experten auch "Blend", wie bei Tabak oder Whiskey. Ähnlich unterschiedlich sind ihre Eigenschaften und Qualitäten. Sommerreifen haben z.B. grobe Profile ohne Lamellen und einen härteren Gummi. Winterpneus enthalten mehr Naturkautschuk und Weichmacher, um sie auch bei Kälte flexibel zu halten. Außerdem sind Reifen für unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten vorgesehen.

 

"Was genau ein Reifen kann, verrät seine Kennzeichnung: die Buchstabenkombination auf den Flanken", erklärt Jürgen Ballhause von AUTOMEISTER. Reifengröße, zulässiges Gewicht, Geschwindigkeitsklasse und Reifentyp sind hier kodiert. Gegebenenfalls markieren Pfeile die Laufrichtung und kleine Dreiecke die Abriebindikatoren (Tradewear Indikatoren, kurz: TWI), die bei Unterschreiten der minimalen Profiltiefe hervortreten. "Welche Reifen Sie fahren dürfen, ist im Fahrzeugschein vermerkt." Über 180 weitere Bestandteile verbergen sich im Reifeninneren, und es werden immer mehr.

 

Moderne High-Tech Reifen sind mit Sensoren und Elektronik ausgestattet, die den Bord-Computer jederzeit über den Zustand der Bereifung informieren. Mancher High-Tech Pneu kann sich sogar automatisch auf die Straßenverhältnisse einstellen. Vor Alterung und Verschleiß schützt ihn das aber nicht: Nach fünf bis acht Jahren wird der Gummi spröde und rissig – auch wenn der Reifen nicht gebraucht wurde (Vorsicht: Ersatzreifen). Ein Wechsel tut Not.

 

"Parken auf Bordsteinkanten oder Fahrten mit falschem Reifendruck können diesen Prozess beschleunigen", so AUTOMEISTER-Experte Ballhause. Abgelöste Laufflächen sowie Risse, Beulen oder herausgebrochene Profilstücke auf den Reifeninnenseiten sind für Laien allerdings nur schwer zu erkennen. Hier kann ein Fachmann helfen. "Sind die Reifen unregelmäßig abgenutzt, können gefährliche Fahrwerksschäden die Ursache sein. Dann gehört das Auto unbedingt in die Hände eines Profis."