Notfallausrüstung

Bereit für den Ernstfall
Verbandkasten-Check vor der Urlaubsfahrt
Niemand wünscht es sich – trotzdem passiert es, unerwartet und oft lebensbedrohlich: Der Crash mit dem Auto. Rund 2,25 Millionen Verkehrsunfälle mit fast 440.000 Verletzten zählte das Statistische Bundesamt 2005. Fast 6.000 Menschen starben. Viele andere verdanken Leben und Gesundheit vielleicht mutigen Ersthelfern und nicht zuletzt einem vollständigen Verbandkasten mit funktionsfähigem und sterilem Inhalt.
„Der Verbandkasten im Auto ist seit knapp 40 Jahren Pflicht – und manch einer sieht aus, als sei er seitdem auch nicht mehr erneuert worden“, sagt Jürgen Ballhause von der unabhängigen Werkstattkette AUTOMEISTER. Aus Erfahrung weiß er: Während Reifen-, Lack- und Innenraumpflege zu wiederkehrenden Ritualen gewissenhafter und begeisterter Autofahrer gehören, wird die Notfallausrüstung viel zu selten einer Prüfung unterzogen. Die Konsequenz: Nur wenige Erste-Hilfe-Koffer entsprechen den neuesten Vorschriften. Viele werden bei kleineren Verletzungen in Haus und Freizeit geplündert und nur selten wieder aufgefüllt. Andere enthalten Produkte, deren Haltbarkeitsdaten weit überschritten sind.
Pflaster, die nicht kleben, Einmalhandschuhe, die beim Anziehen zerfallen, eingestaubte Mullbinden und undichte Sterilverpackungen sind allerdings ein Alptraum - für Verletzte und Ersthelfer gleichermaßen. Verwarnungsgeld zahlen alle, die mit mangelhafter Erste-Hilfe-Ausrüstung erwischt werden. Für Ballhause und seine Kollegen gehört die Prüfung des Verbandkastens deshalb zur turnusmäßigen Inspektion und ist Teil jedes Sicherheits-Checks, insbesondere vor der Urlaubsfahrt.
„Es ist weder schwierig oder teuer, den Verbandkasten nach- oder aufzurüsten“, sagt Ballhause. „Es gibt handliche Päckchen zum Austauschen abgelaufener Materialien. Ein neuer Verbandkasten kostet 8 bis 10 Euro und ist bei vielen Fachwerkstätten erhältlich. Entscheidend ist, dass er die seit 1998 vorgeschriebene DIN-Norm 13164 erfüllt – sie schließt, im Unterschied zu früher, die wärmende Rettungsdecke aus Thermofolie und zwei Paar Einmalhandschuhe ein. Die Ölkreide für die Markierung des Unfallortes kann man retten, die gehört nämlich nicht mehr dazu.“ Wichtig ist natürlich, dass man im Notfall auch an den Kasten drankommt und seine Erste-Hilfe-Kenntnisse zum Einsatz bringen kann.
