Kindersitze

Anschnallen bitte – auch die Zwerge
Kinderrückhaltesysteme retten Leben
Sie haben rosige Wangen, viele Flausen im Kopf und sind besonders süß, wenn sie im Kindersitz gemütlich schlafen. Dabei haben es die kleinen Mitfahrer im Auto gar nicht so leicht. Wer kann ihnen schon begreiflich machen, wie lange die Fahrt wirklich dauert und warum sie so lange angeschnallt sitzen bleiben müssen?
Statistik ist eben nicht ihre Sache – obwohl sie Bände spricht: Die Hälfte aller Kinder, die im Straßenverkehr ums Leben kommen, ereilt der Tod in einem Pkw. Der Grund: Zwei Drittel aller Zwerge fährt nicht oder nicht richtig gesichert.
"Ein Aufprall mit 50 Stundenkilometern entspricht einem Sturz aus dem vierten Stock", veranschaulicht Jürgen Ballhause von AUTOMEISTER. Zum Schutz der Kleinen hat der Gesetzgeber deshalb schon 1993 eine Sicherungspflicht für Kinder in Kraftfahrzeugen erlassen: Bis zum vollendeten 12. Lebensjahr oder einer Körpergröße von 150 cm dürfen sie nur noch mitfahren, wenn sie durch eine geeignete und amtlich genehmigte Rückhalteeinrichtung gesichert werden. "Im Klartext heißt das: Kindersitze müssen in jedem Alter auf Gewicht und Größe des Kindes abgestimmt sein und der europäischen Prüfnorm ECE 44/03 genügen", erklärt Ballhause. Mindestens ebenso wichtig ist, dass die Modelle höchsten sicherheitstechnischen sowie ergonomischen Anforderungen genügen, für die Kinder bequem und für die Eltern leicht zu handhaben sind – und dass die Sorgfaltspflicht auch bei älteren Kindern nicht nachlässt. Neben einer Vielzahl verschiedener Einbau-Modelle, die technisch immer ausgereifter schützen, gibt es heute in vielen Autos sogenannte integrierte Kindersitze. Hier lässt sich der normale Autositz mit wenigen Handgriffen – z. B. Ausklappen der Rückenlehne und Höhenverstellung der Sitzfläche – unkompliziert um- und wieder zurückbauen.
Vorteil: "Solche Sitze sind für unterschiedlich große Kinder geeignet und wachsen mit", sagt Ballhause. "Einbaufehler werden weitgehend ausgeschlossen. Allerdings sind sie eben auch an das Auto gebunden." Kindersitze kauft man am sichersten neu und mit Beratung in der Fachwerkstatt oder im Fachhandel. Dabei helfen auch Testergebnisse von Verbraucherorganisationen. Wichtig ist, dass sie ins Auto passen und den Herstellerangaben entsprechend befestigt werden – selbst wenn kein Kind mitfährt.
