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Gebrauchtwagen aus dem Internet

Tricks unseriöser Anbieter entlarven

Am schönsten, am großartigsten, am billigsten – mit einen Mausklick gekauft: Das ist die bunte, weite Welt des World Wide Web. Und die haben auch die Gebrauchtwagenverkäufer für sich entdeckt.

 

Allein in Deutschland fanden 2003 mehr als 600.000 Wagen über das Internet einen neuen Besitzer – doppelt so viele wie noch 2002. Neben virtuellen Marktplätzen und Auktionshäusern gibt es eine wachsende Zahl internationaler Vermittlungsplattformen, die Kfz-Angebote auch ohne Online-Verkauf präsentieren.

 

"Wer im Internet Dschungel auffallen will, macht allerdings oft fantastische Versprechen", erklärt Jürgen Ballhause von der unabhängigen Autohandels- und Werkstattkette AUTOMEISTER. "Nicht selten kommt es dabei vor, dass ein Interessent nach einer langen Anfahrt bei der Besichtigung vor Ort enttäuscht wird, weil weder die Internet-Beschreibung noch der Online-Preis stimmen."

 

Schon am Telefon lässt sich jedoch mit einfachen Mitteln prüfen, ob der Internet-Verkäufer seriös ist. "Am besten lässt man sich jede einzelne Angabe des Angebots bestätigen. Trickser werden sich schon hier verhaspeln", so Ballhause. Ist der Wagen tatsächlich unfallfrei? Wurden Beulen nachlackiert? Stimmt der Preis? Ist der private Anbieter tatsächlich der aktuelle Besitzer oder versucht ein Händler, mit dieser Tarnung die gesetzliche Gewährleistungspflicht zu umgehen? Wer will, kann sich auch Service-Heft, Inspektionsrechnung oder Fahrzeugpapiere vorab faxen lassen.

 

"Der gesunde Menschenverstand ist meist der beste Berater", sagt Ballhause, "auch für die Besichtung vor Ort." Welchen Eindruck machen Verkäufer und Umgebung? Wie riecht es im Wageninneren? Sind die Spaltmaße gleichmäßig? Haben Felgen Dellen oder Kratzer? Wie abgenutzt sind Pedalen, Sitze und Schaltknauf im Verhältnis zum Kilometerstand? Service-Aufkleber und -Anhänger von der letzten Wartung verraten oft mehr als tausend Worte. Farbliche Abweichungen in der Lackierung und vor allem Sprühnebel an Radkasten oder Türrahmen sind sichere Hinweise auf reparierte Karosserieschäden. "Klar: Ein Gebrauchter ist kein Neuer", sagt Ballhause. "Die Frage ist aber, was man für sein Geld bekommt. Ein seriöser Verkäufer wird alle Informationen gerne bereitstellen – und auch nichts gegen eine Prüffahrt zur Werkstatt einwenden."