Autoservice von AUTOMEISTER
Erdgas

Erdgas-Umrüstung

Technik Tipps

Erdgasfahrzeuge auf der Überholspur

Die IAA 2003 hat gezeigt: Der umwelt- und klimafreundliche Erdgasantrieb ist auf dem Vormarsch. Schon heute fahren rund 20.000 Autos mit Erdgas-Antrieb auf Deutschlands Straßen. Fast alle Hersteller bieten mindestens ein Modell an, das entweder nur mit Erdgas (monovalent) oder wahlweise mit Erdgas oder Benzin (bivalent) betrieben werden kann. Bis 2020 soll der alternative Kraftstoff 10 Prozent des gesamten Verbrauchs ausmachen.

 

Das Besondere: Erdgasfahrzeuge haben erheblich geringere Betriebs- und Treibstoffkosten – und ermöglichen eine Schadstoffreduzierung um bis zu 80 Prozent. Vor allem Ruß, Schwefel, Stickoxide und das Ozon schädigende Kohlenmonoxid werden entscheidend reduziert. Außerdem fahren sie leiser und werden günstiger besteuert. Einige Versicherer bieten sogar "Öko-Tarife" an.

 

"Erdgas ist ungiftig und aufgrund seiner hohen Zündtemperatur weniger brand- und explosionsgefährlich als Benzin oder Diesel", erklärt Jürgen Ballhause von AUTOMEISTER. Es ist also wesentlich sicherer in der Handhabung. Die Gastanks verschwinden bei den neuen Modellen ohne Platzverlust unter dem Boden oder in der Ersatzrad-Mulde. Wer umrüstet muss ein klein wenig Kofferraum für den Druckgasbehälter abgeben.

 

"Grundsätzlich kann man jedes Fahrzeug mit Ottomotor um einen Erdgasantrieb erweitern", so Ballhause. "Das sollte allerdings ein Fachmann tun. Der kümmert sich auch um eventuelle Reparaturen. Außerdem muss die Umrüstung auf jeden Fall im Fahrzeugschein eingetragen werden." Natürlich sollten auch alle Erdgas-Komponenten regelmäßig einer professionellen Inspektion und Funktionsprüfung unterzogen werden. Erdgas gibt es in zwei Versionen: Low-Gas mit niedrigerem und High-Gas mit höherem Energiewert. Das merkt man an der Reichweite und am Preis. Getankt wird übrigens in Kilogramm bei mindestens 200 Bar – gezahlt wird für die Energie, d.h. den Heizwert, 15 bis 20 Prozent günstiger als Diesel.

 

Nicht zu verwechseln ist Erdgas mit dem flüssigen Autogas. Irrtümer an der Tankstelle werden durch unterschiedliche Einfüllstutzen verhindert. "Erstaunlich ist, dass wir auf diese Technik fast 150 Jahre warten mussten", meint Jürgen Ballhause. So lange entwickelt man nämlich bereits an dem Sprichwörtlichen "Vergaser". Wenigstens das Tankstellennetz ist schon flächendeckend, selbst im europäischen Ausland.