Elektronik

Computer auf vier Rädern
IT im Auto setzt Bastlern Grenzen
Elektronik gibt’s nicht nur im Computer: Längst hat die moderne Informationstechnologie auch alltägliche Gebrauchsgegenstände erobert. Im Automobil zum Beispiel sorgen heute zum Teil über 100 Chips für Fahrsicherheit und Komfort.
Motorsteuerung, ABS, Airbag oder Stabilitätsprogramme (ESP) funktionieren nur mit digitaler Intelligenz. Das gilt auch für elektrische Fensterheber, Licht- und Klimaanlagen, automatische Sitzeinstellung, Abstandsmesser, Ölstand- oder Reifendruckanzeige – ganz zu schweigen von Navigationssystemen, Mobiltelefonen und der modernen Unterhaltungselektronik, die immer häufiger zur Standardausrüstung von Neufahrzeugen gehören.
„Das besondere ist, dass diese Systeme nicht isoliert voneinander arbeiten, sondern über ein Netzwerk miteinander verbunden sind und auch miteinander kommunizieren“, erklärt Michael Nickel von der unabhängigen Werkstatt-Kette AUTOMEISTER. Anders wäre es gar nicht denkbar, dass der Airbag im Moment des Aufpralls auslöst oder das Radio bei zunehmender Geschwindigkeit und Lautstärke im Innenraum automatisch aufdreht.
Wer angesichts dieser Komplexität noch selber bastelt, kann schnell auf die Nase fallen. Schon der Austausch eines Autoradios oder das Nachrüsten eines CD-Wechslers kann die im Netzwerk integrierten Systeme durcheinander bringen. „Vor allem gebrauchte Geräte, die vorher in anderen Autos eingebaut waren, sind oft codiert oder bringen bereits gespeicherte Informationen mit, die in dem neuen Wagen nicht richtig verarbeitet werden können“, so der AUTOMEISTER-Experte. Da kann es schon einmal passieren, dass sich das Auto „aufhängt“ und nur noch der Reset-Knopf hilft. Vor allem, wenn wichtige Sicherheitssysteme betroffen sind, kann das gefährlich werden. Chip-Tuning ist ganz klar ein Fall für Profis.
„Wir raten dazu, sich bereits vor dem Kauf eines Gerätes vom Fachmann beraten zu lassen“, so Nickel. „Das Wichtigste ist, dass ein Gerät überhaupt für das im Auto befindliche Netzwerk tauglich ist. Am sichersten ist zudem, wenn der Einbau von einer qualifizierten Fachwerkstatt vorgenommen wird.“
