Autoservice von AUTOMEISTER
Bremse

Bremse

Technik Tipps

Wer bremst gewinnt!

Regelmäßiger Check schützt vor lebensgefährlichen Situationen

Funktionierende Bremsen sind das A und O im Straßenverkehr. Geradezu alarmierend sind daher jüngste Prüfberichte der Technischen Überwachungsvereine (TÜV): Schon viele dreijährige Autos weisen demnach grobe Mängel an den Bremssystemen auf und würden die Prüfung nicht ohne entsprechende Reparaturen bestehen. Insbesondere abgenutzte Bremsbeläge und Bremsscheiben bieten Anlass zur Kritik. Hinzu kommen mit zunehmendem Alter poröse Bremsschläuche und korrodierte Bremsleitungen.

 

„Das größte Problem ist der schleichende Verschleiß ohne merklichen Leistungsabfall“, erklärt Michael Nickel von der unabhängigen Werkstatt-Kette AUTOMEISTER. „Dass mit den Bremsen etwas nicht stimmt, merkt man meistens erst, wenn es zu spät ist, denn nur wenige Autos verfügen bisher über Frühwarnsysteme.“ Besonders kritisch ist zudem oft der Zustand der Bremsflüssigkeit: Sie ist „hygroskopisch“, das heißt, sie zieht Wasser aus der Luft an – und dies auch dann, wenn das Auto nicht gefahren wird. Die Gefahr: Die Bremsflüssigkeit erhitzt sich auf weit über 100 Grad. Das enthaltene Wasser verdampft, das Gas kann nicht den nötigen Bremsdruck erzeugen. Im Schlimmsten Fall tritt der Fahrer ins Leere.

 

Wer also auf Nummer Sicher gehen will, sollte Bremsen und Bremsflüssigkeit regelmäßig in einer Fachwerkstatt warten lassen – insbesondere, wenn die Bremsen durch häufige Stau- oder Stadtfahren oder die individuelle Fahrweise großen Belastungen ausgesetzt sind. Und speziell, wenn eine Fahrt über Alpenpässe und Gebirgsstraßen ansteht. Normalerweise ist ein umfassender Bremsen-Check Teil der Jahresinspektion. „Erste Sicherheit bietet aber auch die Sichtprüfung durch den Profi, der den Zustand der sichtbaren Verschleißteile begutachtet und auf Wunsch auch die Bremskraft prüft“, erklärt AUTOMEISTER-Experte Nickel. „Sichtprüfungen führen wir auch kurzfristig oder im Rahmen von Fahrzeug-Check-Aktionen durch.“

 

Der Bremsentipp

Obwohl der Autofahrer von außen am Rad nicht beurteilen kann, ob die Bremsen abgefahren sind oder nicht, gibt es eindeutige Indizien.

 

1. Überprüfen Sie beim Nachfüllen des Wischwassers den Stand im Bremsflüssigkeitsbehälter. Ein niedriger Stand kann auf einen schleichenden Defekt/eine Undichtigkeit im Bremssystem oder auch auf abgefahrene Bremsbeläge hindeuten. Bremsflüssigkeit nie selber auffüllen, sondern immer in die Fachwerkstatt fahren.

 

2. Rubbeln und Quietschen beim Bremsen, Ausbrechen des Fahrzeugs beim Bremsen, langer Pedalweg, brennende Warnleuchten (Bremsflüssigkeit, Belagverschleißanzeige, Handbremskontrolle). Dann sofort in die Werkstatt. Auch starke Rauch- und Geruchsentwicklung schließt auf einen Defekt am Bremsbelag (verbrannt).

 

Einfahrtipps für Bremsbeläge: Mit neuen Bremsbelägen in den ersten 200 bis 500 Kilometer zu starke Bremsvorgänge nach Möglichkeit vermeiden. Die Oberfläche des Bremsbelages muss sich erst an die Oberfläche der Bremsscheibe anpassen. Diesen Vorgang nennt man Einbetten. Wird ein Bremsbelag während der ersten Kilometer zu stark beansprucht, verbrennt das Reibmaterial. Richtiges Einbetten des Bremsbelages garantiert beste Leistung, lange Lebensdauer und verhindert Geräusche.