Batterie

Stromspender im Härtetest
Wenn der Winter die Autobatterie lahm legt
Wer hat nicht schon in winterlichen Morgenstunden verzweifelt versucht, sein Auto in Gang zu kriegen? Am schlimmsten ist, wenn das kräftige Drehen des Anlassers zur Beschädigung der Batterie führt.
Neue Modelle gelten zwar als wartungsfrei. Trotzdem gehen im Winter zwei Drittel der Einsätze professioneller Pannenhelfer auf das Konto schwächelnder Stromspender. "Das Problem liegt im erhöhten Stromverbrauch in der kalten Jahreszeit", erklärt Michael Nickel von der unabhängigen Werkstatt-Kette AUTOMEISTER.
"Die Zahl der elektrischen Verbraucher im Auto hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Neben Airbag, ABS und Autotelefon werden im Winter vor allem Licht, Heizung und Gebläse zu den Hauptverbrauchern." Heck-, Außenspiegel- und Sitzheizung, Nebelleuchten sowie Scheibenwischer und -waschanlagen: Alles zehrt am elektrischen Herzen im Motorraum. Zudem beeinträchtigt die Kälte die Startkraft der Batterie. All dies wird insbesondere Kurzstreckenfahrern zum Verhängnis, weil die Lichtmaschine in der kurzen Zeit nicht in der Lage ist, den Verbrauch nachzuladen.
Wer im Winter nicht energielos liegen bleiben will, kann einige Grundregeln befolgen: "Beim jährlichen Batterie-Check sollten Ladezustand und Flüssigkeitsstand geprüft werden", erklärt AUTOMEISTER Nickel. "Eigenständiges Nachfüllen von destilliertem Wasser ist allerdings nur noch bei älteren Modellen möglich. Das lässt man am besten beim Fachmann machen." Außerdem werden die Pole mit einem Lappen oder einer Bürste von Korrosionen gereinigt und mit Pol-Fett geschmiert. Das schützt sie und sorgt für besseren Kontakt. Pol-Fett kann man übrigens auch für die Pflege weiterer elektrischer Anschlüsse im Motorraum verwenden.
Nicht zuletzt hilft auf jeden Fall, Stromfresser, die nicht unbedingt gebraucht werden, beim Start und während der Fahrt vom Netz zu nehmen. "Wer viel Strom im Auto braucht, kann auch über eine leistungsstärkere Batterie nachdenken", meint Nickel. "Die hilft aber nur, wenn die Lichtmaschine sie auch nachladen kann. Eine stärkere Lichtmaschine wäre möglicherweise die bessere Investition."
